Wyatt, 18, Berlin

Die Jugend von heute: Ausstellung über junge Stimmen bei Lernort Stadion

„Fußball bedeutet für mich leben. Das Wichtigste am Fußball ist, dass man Freunde trifft.“

Hallo Wyatt, schön, dass das mit dem Interview klappt! Kannst du uns etwas über dich und deine Verbindung zu Lernort Stadion erzählen?

Ich bin Wyatt Anakin, bin 18 Jahre alt und gehe auf eine Förderschule in Berlin. Das Hertha-Lernzentrum kenne ich von meiner Lehrerin. Sie hatte das für uns rausgesucht und uns für einen Workshop angemeldet.

Erinnerst du dich noch, was ihr gemacht habt, als ihr hier wart und wie es dir gefallen hat?

Mir hat es sehr gut gefallen! Wir haben am ersten Tag neben dem Workshop draußen Fußball gespielt und dann auch noch zusammen gekocht. Am zweiten Tag waren wir dann im Stadion und haben eine Rundführung bekommen. Wir waren zum Beispiel im Pressekonferenzraum und haben auch Anthony Brooks, einen Hertha-Spieler, getroffen. Es war ziemlich cool, die ganzen Orte zu sehen, an die man man sonst nicht kommt. Vor allem als Fan.

Du bist also Hertha-Fan?

Ja!  Mein Lieblingsspieler ist Luca Schuler, ich habe ja auch sein Trikot an. Früher waren wir auch oft im Stadion, mit einem Kollegen von Papa, der saß sogar im VIP-Bereich. Da will ich immer am liebsten sitzen, aber das geht jetzt nicht mehr, weil er gestorben ist. Jetzt schaue ich die Spiele meisten im Fernsehen. Zum Fußball gekommen bin ich durch meinen Papa, der ist auch Hertha-Fan und hat irgendwann gesagt, dass er Fußball schaut. Dann habe ich halt mitgeschaut und seit dem bin ich auch Fan.

Und, was sagst du zu der Saison von Hertha jetzt?

Schade, dass sie nicht aufgestiegen sind. Aber was soll’s, die spielen weiter und dann steigen wir halt nächstes Jahr auf.

Wie stellst du dir deine Zukunft vor?

Ich fange bald an in einer Werkstatt zu arbeiten, da freue ich mich auch schon drauf. In der Schule war ich zuletzt nicht so glücklich. Ich langweile mich viel, weil ich zuhause Mathe und Deutsch selber lerne und dann in der Schule schon weiter bin als die anderen. Außerdem werde ich gemobbt und habe leider nicht das Gefühl, dass die Lehrer mir zuhören oder etwas dagegen unternehmen.
Ich denke aber eher positiv und glaube, die Zukunft wird gut. Das habe ich vermutlich von meinen Eltern, die denken auch eher positiv.

Wenn du an dein Leben in fünf Jahren denkst, was wäre dir besonders wichtig?

Ich würde sehr gerne eine Autoführerschein machen, damit ich selbstständig bin. Aktuell müssen mich meine Eltern überall hinfahren.

Wo verbringst du gerne deine Freizeit?

In der Regel zuhause. Ich trainiere gerne und habe mir extra ein Home-Gym aufgebaut. Dafür habe ich mir auch selbst beigebracht, wie man richtig trainiert. Früher habe ich auch Bogenschießen gemacht, aber der Verein hat kein Geld mehr um den Inklusionstrainer zu bezahlen. Deswegen kann uns jetzt niemand mehr trainieren. Ich würde mir wünschen, dass die Sportvereine mehr Geld bekommen, damit sie auch inklusive Angebote für Kinder und Jugendliche machen können.
Einmal in der Woche spiele ich auch Fußball im Verein, im Inklusionsteam bei Pfeffersport. Ich spiele alle Positionen gerne und vor allem mag ich es, Tore zu schießen.

Was bedeutet Fußball für dich?

Fußball bedeutet für mich Leben. Spielen, kicken gehen, Freunde treffen. Das Wichtigste am Fußball ist, dass man Freunde trifft. Fußball ist außerdem cool, weil sich unterschiedliche Menschen kennenlernen, unabhängig davon, in welchem Team sie spielen. Zum Beispiel bei Spielen und Turnieren.

Wenn du mal mit Politikern sprechen könntest, was würdest du ihnen sagen?

Das ist eine schwierige Frage, da müsste ich erstmal drüber nachdenken. Ich interessiere mich nur ein bisschen für Politik und bekomme nicht so viel mit. Und ich weiß auch gar nicht, ob die Politiker sich für das interessieren würden, was ich zu sagen habe.

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