Die Herbstferien hatten es mal wieder in sich. Wie schon im letzten Jahr hat das Fan-Projekt/Stadionschule Bielefeld auch dieses Jahr in Kooperation mit der Sportjugend Bielefeld ein besonderes Bonbon auf die Beine gestellt. Jugendliche aus verschiedenen Jugendtreffs konnten sich auf besondere Weise dem Thema Inklusion nähern. Im Rahmen der 2. Bielefelder Inklusiven Sporttage wurde zunächst das heimische Stadion, die Alm, erkundet. Bei einer Stadionführung erfuhren die Teilnehmer*innen, dass Arminia Bielefeld in Bereich der Behindertenbetreuung erstklassiges leistet. So stellen z.B. nur wenige  Bundesligisten mehr Plätze für Menschen mir Behinderung zur Verfügung, wie der DSC.

Ein Workshop vermittelte am ersten Tag, wie viele Menschen mit den verschiedensten Formen von Behinderungen leben müssen und auch welchen Diskriminierungen sie dabei ausgesetzt sind. Ausgrenzend ist dabei nicht nur abweisendes Verhalten der Mitmenschen, sondern auch die Lebensbedingungen, z.B. von Gehbehinderten / Rollstuhlfahrenden. Dieses konnten die Jugendlichen bei der ihnen gestellten Aufgabe, mittels öffentlichen Verkehrsmitteln und der Benutzung öffentlicher Wege ein bestimmtes Ziel zu erreichen, selber erleben. Überfüllte U-Bahnen, in denen kein Platz für einen Rollstuhl war, oder zugeparkte Gehwege seien an dieser Stelle exemplarisch genannt.

Am 2. Tag stand dann sportliche Betätigung im Vordergrund, denn hier sollten die Reifen brennen. Der BBC Warendorf ist ein Verein, in dem Rollstuhl-Basketball gespielt wird. Und dieses auf sehr hohem Niveau. Genauso wie der DSC, spielt auch der BBC in der 2. Bundesliga. Aktive Spieler dieses Zweitligisten haben dann nicht nur die Anleitung des Trainings übernommen, sondern auch für alle Teilnehmer*innen ihre speziellen Rollstühle zur Verfügung gestellt. Der Unterschied zwischen einem krankenkassen-finanzierten Alltagsrollstuhl und diesen Sportmaschinen ist in etwa der gleiche, wie zwischen einem Kleinwagen und einem Formel-1 Boliden. Dank solch professioneller Anleitung und den flinken Rollis entwickelte sich schnell ein hochspannender Wettkamp in den verschiedenen Disziplinen des Sports Rollstuhl-Basketball. Das finale Match ging dementsprechend knapp mit nur einem Punkt Vorsprung für das Team der Jugendtreffs Walde / Moby Sports aus.

Am Ende stand dann nicht nur die Erkenntnis, dass es für viele Menschen recht unbekannte Sportarten gibt, die höchste Schwierigkeitsgrade haben und in denen von den Sportler*innen große Leistungen vollbracht werden, sondern auch, dass Menschen mit Behinderung mit allerlei Ausgrenzungen klar kommen müssen, für deren Abbau jeder einzelne von uns verantwortlich ist!