Regionaltreffen Süd in München

   

Anfang November trafen sich die Kolleginnen und Kollegen der Standorte Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und München im Münchner Olympiastadion zu einer Weiterbildung zu den Themen „Gendersensibilität und Diversity“.        

Am Vormittag waren drei junge Referent/innen von diversity@school zu Gast. Das sind lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Jugendliche, die ehrenamtlich in Schulklassen, Jugendzentren, Universitäten und Vereinen Workshops durchführen und Infostände betreuen – zu den Themen sexuelle Orientierung und sexuelle Identitäten. Sie leiteten einen Workshop zum Thema Mobbing, Ausgrenzung und Unwissen sind für LGBT Jugendliche leider keine keine Fremdwörter. Junge Menschen aus allen Lebenslagen haben alltäglich mit verstaubten Klischees und Intoleranz zu kämpfen. Dabei leben wir doch im Jahr 2017! Mit Westerwelle und Wowereit hatten wir bereits zwei offen homosexuelle Politiker, die Dragqueen Conchita Wurst ist Gewinnerin des Eurovision Song Contest und am Christopher Street Day wird jährlich in vielen Städten der Welt die sexuelle Vielfalt gefeiert. Man könnte jetzt denken: Deutschland sei ein aufgeklärtes Land. Genügend Studien zeigen aber, dass die persönliche Situation eines Jugendlichen in der Schule anders aussieht. Die Mitglieder von diversity@school waren bis vor kurzem selbst noch Schüler_innen und sind mit ihren Problemen noch sehr gut vertraut. In dem Workshop wurden Begriffe geklärt, Kategorien und Vorurteile überdacht und ein offener Rahmen für Diskussionen gegeben.

Nach der Mittagspause ging es dann mit Timm Kroeger weiter, der lange Zeit in Ecuador dort zum Thema „Gewalt gegen Frauen und neue Männlichkeitsbilder“ gearbeitet hat. Sein Workshop hatte u.a. traditionelle (patriarchale) Rollenbilder und die sozialen Geschlechter zum Thema, d. h. wie Junge oder Mädchen, eine Frau und ein Mann sich laut gesellschaftlichen Vorgaben zu verhalten und zu denken haben. Beides beeinflusst nicht nur die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, sondern auch die Entwicklung einer Gesellschaft in allen Bereichen. Zur Steigerung des eigenen Wohlbefindens, dem Angehen tiefgründiger Probleme, wie z.B. Gewalt, sowie der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung, ist es notwendig über diese Rollenbilder und ihre Auswirkungen zu reflektieren, sie zu verändern und aufzubrechen. Alle Menschen erleben die Konsequenzen des traditionell Junge oder Mädchen, Frau oder Mann sein. Dies hat Folgen für die Psyche und auch die körperliche Gesundheit. Doch Veränderung fällt schwer, gerade im Sport und vor allem anscheinend im Fußball. Doch es geht auch anders, so wird z. B. in verschiednene Sportarten im Profi- und Amateurbereich, bereits im Thema gearbeitet. Wie kann mit einfachen Mitteln dieses zunächst fremde Thema in die eigene Arbeit eingebunden werden, um u. a. Akzeptanz für Menschen zu fördern, die nicht der allgemeinen Norm entsprechen – nein zu Homophobie, ja zu Schiedsrichterinnen und Rerporterinnen.

Anschließend wählten die vier Koordinatoren noch Stefan Hebenstreit (Bildungsarena Eintracht Frankfurt) zu ihrem Regionalsprecher, vertreten wird er durch Andreas König (KopfBall – Lernen im Stadion Nürnberg) und Sebastian Drescher (Lernen mit Kick München).

Der sehr gelungene Tag endete dann mit einem Besuch im Grünwalder Stadion, wo der TSV 1860 München zum Rückrundenauftakt gegen den FC Memmingen antrat.